Die Quellendörfer in Kürze
Jahre
Mühlhausen
Jahre
Uelzen
Eine kurze Chronik
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um 890 |
Mühlhausen wird erstmals urkundlich erwähnt (als „Mulinhusun“). |
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ab 1243 |
Unsere Region gehört zur Grafschaft Mark. |
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1249 |
Uelzen wird erstmals urkundlich erwähnt (als „Ulfersne“). |
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1278/79 |
Das Rittergeschlecht von Uelzen („de Ulfershem“, später auch „van Ulfersne“) taucht urkundlich auf. |
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1338 |
Das Adelsgut Borgmühl ist als „Burgmolen“ im Besitz der Ritterfamilie Sprenge nachzuweisen. |
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1317 |
Das Rittergeschlecht von Mühlhausen („van Molhuson“) taucht urkundlich auf. |
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1343 |
Erste Erwähnung des Rittergutes Haus Heyde in Uelzen. |
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1486 |
Das Schatzbuch der Grafschaft Mark nennt für „Moelhusen“ |
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1500 |
Die Stadt Unna besitzt am Hellweg bei Uelzen ein Siechenhaus für Leprakranke. |
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1609 |
Mit dem Tod des letzten Grafen von der Mark fallen in der Folge Mühlhausen und Uelzen an Brandenburg/Preußen. |
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1743 |
Der spätere Reitergeneral C. F. von Plettenberg kauft Haus Heyde im Norden der Gemarkung Uelzen und macht es zu seinem Wohnsitz. |
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etwa 1770-1835 |
Das als gemeinsame Viehweide genutzte Gemeindeland – Mühlhauser Mark und Uelzener Heide – wird unter den jeweiligen Dorfbewohnern aufgeteilt. |
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19. Jh. |
Haus Heyde ist „der eigentliche Mittelpunkt“ der berühmten Familie von Bodelschwingh. |
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1810 |
Mühlhausen hat 320 Einwohner in 55 Häusern, Uelzen 166 in |
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1818 |
Der an den Dörfern vorbeiführende historische Hellweg wird durch die „Kunststraße“ (heute B 1) ersetzt. |
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1855 |
Als erste Eisenbahn wird die Linie Dortmund-Soest eröffnet, 1867 folgt |
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1907-1910 |
Flurbereinigung („Separation“) zur Zusammenlegung von zersplitterten Einzelgrundstücken, wobei das Wegenetz von Mühlhausen/Uelzen weitgehend seine heutige Gestalt erhält. |
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1907 |
Uelzen und Mühlhausen werden an die Wasserleitung des Ruhrwasserwerks in Langschede angeschlossen. |
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1911 |
Beide Orte sind mit dem Elektrizitätsnetz verbunden. |
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1.1.1968 |
Die bisher selbständigen Landgemeinden (Mühlhausen 667, Uelzen 468 Einwohner) werden Ortsteile der Stadt Unna. |
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1997 |
Errichtung des Naturschutzgebietes „Uelzener Heide/Mühlhauser Mark“ in der Größe von knapp 200 Hektar. |
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24.11.2002 |
Im neuen Wohnpark Uelzen, der für etwa 180 Wohneinheiten ausgelegt ist, wird das erste Haus bezogen. |
Mehr bei Wikipedia
Mehr über die beiden Dörfer und bedeutende Bewohner findet sich bei Wikipedia unter folgenden Artikeln:
Mühlhausen (Unna)
Uelzen (Unna)
Haus Heyde
Carl Heuer
Carl von Bodelschwingh
Christoph Friedrich Steffen von Plettenberg
Ernst von Bodelschwingh (Landrat)
Friederike von Bodelschwingh
Ida von Bodelschwingh
Udo von Bodelschwingh.

Schild vor der Scheune von Milchhof Lategahn
in der Heerener Straße.
(Foto: Ulla Bigalke – DVD 1.1.2)
Erste Mühlhauser Schule, Heerener Str. 39.
(Foto: Ulla Bigalke – DVD 1.1.39)
Der schon 1486 erwähnte frühere Hof Kortmann, ehemals Schluckebier, in der Dreishofstraße.
(Foto: Gertrudis Mühlhaus – DVD 1.3.31)
Der schon 1666 genannte ehemalige Hof Steimann in der Schwertlacke.
(Foto: Gertrudis Mühlhaus – DVD 1.3.8)
Fotos aus der DVD des Heimatvereins „Unna-Mühlhausen/Uelzen 2006/2007“.
Und auf Plattdeutsch in Versform
Man kann die beiden Dörfer auch auf Platt beschreiben. Der Heimatverein hat viele Jahre hindurch „Plattdeutsche Abende“ (Titel jeweils: Vie küert Platt) veranstaltet, 1994 sogar ein „Plattdeutsches Dorffest“. Auf dem Plattdeutschen Abend vom 8.1.1987 trug der bekannte Mundartdichter, Lehrer und Schulrektor Karl Wimpelberg aus Fröndenberg-Dellwig (1994 verstorben) das „Loblied auf Uelzen und Mühlhausen“ vor. Von den 15 Strophen sind nachstehend vier wiedergegeben:
Loawle-id op Uelzen un Müehlsen
Karl Wimpelberg
Wo de Haar met iähren Hüegeln
gruißt dat we-ite Hellweägland,
wer dat op schnellen Flüegeln
Falken briuset büs taum Rand,
wo vam Berg met e-il’gen Wellen
Bi-ek’ üm Bi-eke löppt int Dal
un im Grund artes’sche Quellen
häoge drängt in gräoter Tahl,
dao li-et Mühlsen, un naohbe-i
hiät ä-uk Uelzen se-ine Ste-i’.
Hellweägdörper! – Diusend Jaohre
säögen se de Te-in vergaohn.
Gu-ede Dage un ä-uk schwaore
hett se se-itdeäm üöwerstaohn.
Kläosterbann un Adelsstärke
formden frögger iähre Welt.
Wenn dei woll’n, dann geng’t an Werke.
Woll’n se nit verkaom dat Feld.
„Ulfersne“, säo hedde Uelzen,
wie’t im „Werd’ner Urbar“ stonn.
„Mulinhuson“, dat was Müehlsen,
wat me äuk dao leäsen konn.
Ulfersne sall „Wulfsheim“ heiten,
Mulinhuson „Müehlenstatt“.
Beide Wao sind Kostbarkeiten,
enst in Oltduitsch opgesatt.
Jo, füor düet Land daut we’t gääne,
wo de Müehl-, de Ahlbach flütt.
Wenn me ä-uk mol in de Fääne
Unnos häogen Tä-uern sütt,
dei u-es liuter dran erinnert,
dat ve Stadt niu sind un fe-in,
u-es hiät dat noch nie dran hinnert,
ümmer noch Dorplui te se-in.
Drei Jahre später auf dem „Plattdeutschen Abend“ vom 11.1.1990 trug Josef Sommer aus Unna-Hemmerde Ähnliches vor. Nachstehend zwei der zehn Strophen:
Müelsen-Ülzen 1990
Josef Sommer
Wen et morgens die Sunne häuge sticht,
dan kummt koat vör Unno twei Dörper in Sicht.
Düese beiden Dörper sind ob düese Ääd
et Beke-iken wät.
Da Luihe he-ihe, of ob de-im Felle orre im Hius,
man begi-egnet sick mi-et netten Grius.
Of mi-et orre ohne Lust,
jeder is sick se-ine Arbeit un Pflicht bewust.
Mancher is erstaunt un verwünnert,
wie man sick he-ihe üm de Ümwelt kümmert.
Dat heät se-inen Grund, jeder weit,
wie et mi-et de Ümwelt steit.
Vi-ele Luihe, gräut un kloan,
kummet no Mülzen, üm de Öko-Zelle te sohan.
Vam Beke-iken orre Berohn
is dat alles nit ferig wohn.
Man is erstaunt, wie me dat heät schafft,
un alles iut eigene Kraft.
Der Heimatvereins veröffentlichte eine Anzahl der plattdeutschen Texte 1994 in dem Heftchen „Vie küert Platt – Von den Plattdeutschen Veranstaltungen im Heimatverein“. (57 S., Schriftenreihe des Vereins für Heimat und Natur Mühlhausen/Uelzen)
